Weitere im Ersten Weltkrieg gebaute Nahkampfmittel- und Munitionsdepots

Allgemeines

Der Zufall wollte es, daß ich aus der Dokumentation des Umweltbundesamtes (UBA) - Texte 25/96 - entnehmen konnte, daß auch das Nahkampfmitteldepot Kelsterbach (Hessen) zeitgleich mit dem Nahkampfmitteldepot Hembergen gebaut worden sein muß. Ich schrieb die Stadtverwaltung in Kelsterbach an, und bat um Unterlagen. Aus dem zugesandten Schriftgut stellte ich zu meinem Erstauen fest, daß Kelsterbach fast baugleich mit Hembergen war.

Hinzu kam, daß die beiden Nahkampfmitteldepots Hembergen und Bentschen des öfteren zusammen erwähnt wurden. Nach Feststellung dieser Zusammenhänge begann eine intensive Recherche über weitere Depots.

Aber Unterlagen über ein Depot zu erhalten, das im heutigen Polen gelegen hat, so schien mir, wird nicht einfach werden. Ich wollte aber unbedingt Unterlagen über Bentschen integrieren. Aber woher welche erhalten? U.a. befragte ich deutsche Personen, und anläßlich einer Reise nach Polen im September 2001 auch polnische Personen, ob sie wüßten, was aus dem Nahkampfmitteldepot Bentschen nach dem Ersten Weltkrieg geworden sei. "Das Depot sei zerstört worden", das bekam ich heraus. Aber das allein genügte mir nicht.

Deshalb schrieb ich die Polnische Botschaft in Berlin an. Eine Antwort blieb aus. Danach setzte ich mich mit dem Auswärtigen Amt (AA) in Berlin in Verbindung, und von dort erhielt ich Anschriften über Archive in Polen. "Das Archiv im ehemaligen Stettin müßte dafür zuständig sein", hieß die Antwort aus der Hauptstadt. Ich setzte einen Brief auf, ließ mir den Text von einer Reckenfelderin ins Polnische übersetzen und sandte das Schreiben an das Staatsarchiv Szczecin (ehemals Stettin). Aber nach mehreren Monaten Wartezeit hatte ich immer noch keine Antwort, weder von der Botschaft, noch vom Staatsarchiv. Ich schaltete erneut das AA ein, und von dort kam der Hinweis: "Sie sollten sich in Geduld üben, die Archive brauchen eine sehr lange Zeit für die Recherchen." Ich wartete geduldig, und siehe da, ich erhielt eine Antwort, und die lautete: "Das staatliche Archiv in Posnan - früher Posen - (mein Brief war von Szczecin nach Posnan weitergeleitet worden) hat keine Unterlagen über das ehemalige deutsche éRüstungsmagazin' in ihrem Bestand." Nun war ich genauso weit wie zu Beginn: Ich hatte nichts über Bentschen.

Mit dem Bundesarchiv in Berlin stand ich schon seit einigen Monaten in Verbindung. "Um Unterlagen einsehen bzw. fotokopieren zu können, müssen Sie schon vor Ort recherchieren", war der Hinweis des Archivs. Eine weitere Möglichkeit war noch, eine in Berlin wohnende Person zu beauftragen, für mich zu recherchieren. Das machte ich auch, und der Erfolg blieb nicht aus: Ich erhielt detaillierte Unterlagen von weiteren Munitions- und Nahkampfmitteldepots des Ersten Weltkrieges, auch von den Nahkampfmitteldepots Bentschen und Kelsterbach, und, das hatte zwar ich erhofft, aber nicht wirklich geglaubt, wichtige Dokumente über das Nahkampfmitteldepot Hembergen.

Bei meinem Suchen in regionalen Archiven und nach einer Anfrage bei der Stadtverwaltung Neuenkirchen erhielt ich auch Dokumente über das Depot in Neuenkirchen, und weil dieser Ort ganz in der Nähe des Nahkampfmitteldepots Hembergen gelegen war, habe ich auch über das Munitionsdepot Neuenkirchen-Land geschrieben.

Über folgende Depots wird hier berichtet:

Aus UBA - Texte 25/96, Bd. 1 entnommen, die Anzahl aller Munitionslager (Munitions- und Nahkampfmitteldepots), die im Ersten Weltkrieg bestanden bzw. gebaut wurden im Bereich der heutigen Bundesrepublik. Es sind insgesamt 74 Munitionslager, die sich auf die heutigen Bundesländer wie folgt aufteilen:

Baden-Württemberg 7 - Nordrhein-Westfalen 14 - Bayern 5 - Rheinland-Pfalz 7
Brandenburg 9 - Sachsen 5 - Bremen 1 - Sachsen-Anhalt 3
Hamburg 3 - Schleswig-Holstein 4 - Hessen 6 - Thüringen 2 - Niedersachsen 8
Gesamt: 74

Ausschnitt meiner Präsentation über die Entstehung Reckenfelds. Thema: "Gab es andere - gleiche - Depots?" [PDF-Datei]

Ausschnitt meiner Präsentation über die Entstehung Reckenfelds. Thema: "Wie hießen die beiden anderen Depots?" [PDF-Datei]


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